Zwetschgenbaum & Pflaumenbaum-Krankheiten mit Bildern

Es gibt vielfältige Krankheiten, Zwetschgenbaum und Pflaume betreffend, die den Ertrag massiv mindern oder sogar den Baum langfristig zerstören können. Von Pilzinfektionen über hartnäckige Viren bis hin zu physiologischen Störungen – wer die Symptome richtig deutet, kann seinen Obstbaum retten. In diesem Artikel gehen wir detailliert auf typische Zwetschgenbaum Krankheiten ein, ordnen die Schadbilder ein und zeigen Ihnen praxisnahe Lösungswege auf.

Gesunder Zwetschgenbaum mit reifen, blauen Früchten und saftig grünen Blättern im Hochsommer

Häufige Pilzkrankheiten bei Pflaumen und Zwetschgen

Pilzsporen sind oft der Feind Nummer eins im Obstgarten. Sie gedeihen besonders gut bei feucht-warmem Wetter, überwintern im Herbstlaub oder an mumifizierten Früchten und können den Baum stark schwächen.

Monilia (Spitzendürre und Fruchtfäule)

Einer der wohl bekanntesten und gefürchtetsten Erreger bei Steinobst ist der Monilia-Pilz. Er tritt in zwei verschiedenen Formen auf: als Spitzendürre im Frühjahr und als Fruchtfäule im Sommer. Wenn Sie Monilia Fruchtfäule erkennen und bekämpfen möchten, sollten Sie auf folgende Anzeichen achten:

  • Schadbild Spitzendürre: Kurz nach der Blüte im Frühjahr vertrocknen Blüten und Triebspitzen abrupt, als wären sie erfroren. Sie bleiben oft den ganzen Sommer über als dürre Gerippe am Baum hängen.
  • Schadbild Fruchtfäule: Die Früchte weisen ab dem Frühsommer rasch wachsende, braune Faulstellen auf. Kurze Zeit später bilden sich auf diesen Faulstellen konzentrische, gelblich-weiße Schimmelpolster (die sogenannten Sporenlager).
  • Bekämpfung: Entfernen Sie befallene Früchte – auch die im Baum verbliebenen, eingetrockneten „Fruchtmumien“ – umgehend. Sie sind die Hauptinfektionsquelle für das nächste Jahr. Schneiden Sie bei der Spitzendürre die vertrockneten Triebe bis ca. 15 bis 20 Zentimeter tief ins gesunde Holz zurück.
Monilia Fruchtfäule an einer Zwetschge mit den typischen ringförmigen, weißen Schimmelpolstern

Pflaumenrost

Wenn Obstgärtner über zwetschgenbaum krankheiten blätter recherchieren, stoßen sie unweigerlich auf den Pflaumenrost. Diese Pilzkrankheit tritt meist in der zweiten Sommerhälfte auf.

  • Schadbild: Auf der Blattoberseite zeigen sich zunächst kleine, eckige, gelbliche Flecken. Dreht man das Blatt um, bilden sich auf der Unterseite kleine, dunkelbraune bis rostrote Pusteln. Bei einem starken Befall wirft der Baum die Blätter bereits im August ab, was ihn für den kommenden Winter und die nächste Blüte extrem schwächt.
  • Bekämpfung: Wer zum Pflaumenrost bekämpfen Hausmittel sucht, ist mit Schachtelhalmbrühe gut beraten. Der hohe Kieselsäuregehalt im Ackerschachtelhalm stärkt die Zellwände der Blätter und macht es dem Pilz schwerer, einzudringen. Zudem ist absolute Gartenhygiene wichtig: Das abgefallene Laub muss im Herbst restlos aufgesammelt und über den Hausmüll (nicht auf dem Kompost!) entsorgt werden.
Pflaumenrost: Gelbe Flecken auf der Oberseite und rostbraune Pusteln auf der Unterseite eines Zwetschgenblattes

Narrenkrankheit (Taschenkrankheit)

Ein äußerst skurriles Phänomen im Obstgarten ist die Narrenkrankheit, ausgelöst durch den Pilz Taphrina pruni.

  • Schadbild: Das Narrenkrankheit Zwetschge Schadbild ist unverkennbar. Die Früchte wachsen unnatürlich schnell, werden sehr lang, verbiegen sich und bleiben flach. Da sich im Inneren kein Kern bildet, wirken sie hohl wie kleine „Taschen“. Später überzieht sie ein mehliger, weißlicher Pilzrasen, bevor sie braun werden und vertrocknen.
  • Bekämpfung: Pflücken Sie alle verkrüppelten „Narren-Zwetschgen“ so früh wie möglich ab, bevor der weiße Pilzbelag (Sporen) entsteht. Ein fachgerechter Kronenschnitt hilft zudem, den Baum luftiger zu gestalten, damit die Blätter und Früchte nach einem Regenschauer schneller abtrocknen.
Verformte, längliche und flache Früchte ohne Kern durch die Narrenkrankheit am Zwetschgenbaum

Echter und Falscher Mehltau

Mehltau kann fast jede Gartenpflanze befallen, so auch Steinobst. Bei der Diagnose ist es essenziell, den Unterschied zwischen Echter Mehltau vs Falscher Mehltau Obstbäume zu kennen.

  • Schadbild: Weiße Beläge auf Pflaumenblättern, die an Mehlstaub erinnern und sich leicht abwischen lassen, sind ein klassisches Zeichen für Echten Mehltau. Er sitzt vor allem auf der Blattoberseite und tritt meist in Trockenperioden auf (Schönwetterpilz). Falscher Mehltau (Schlechtwetterpilz) dringt tiefer in das Pflanzengewebe ein. Er zeigt sich oft als Pilzrasen auf der Blattunterseite, während auf der Blattoberseite eher gelbliche bis braune Flecken entstehen.
  • Bekämpfung: Echter Mehltau lässt sich gut auf biologische Weise behandeln. Eine Spritzung mit einer Mischung aus unbehandelter Kuhmilch (Frischmilch) und Wasser im Verhältnis 1:8 hilft hervorragend. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien bekämpfen den Pilz effektiv.
Weiße, mehlige Beläge auf der Oberseite von Pflaumenblättern durch Echten Mehltau

Viren und Bakterien: Schwere Gefahren für den Obstbaum

Während Pilze oft mit der richtigen Pflege und Baumschnitten gut in den Griff zu bekommen sind, stellen virale und bakterielle Infektionen oft eine weit größere Herausforderung dar.

Scharkakrankheit (Plum Pox Virus)

Die Scharka-Krankheit gilt als die gefährlichste Viruserkrankung bei Pflaumen und Zwetschgen. In vielen Regionen ist sie sogar meldepflichtig!

  • Schadbild: Die Scharkakrankheit Symptome Blattveränderungen zeigen sich oft schon im späten Frühjahr. Es entstehen hellgrüne bis olivgrüne Ringe, Bänder oder Linien auf den Blättern. Bei den Früchten sind die Symptome fatal: Sie fallen oft vorzeitig ab, zeigen eingesunkene pockenartige Flecken und Rillen. Das Fruchtfleisch färbt sich an diesen Stellen rötlich, wird gummiartig zäh und schmeckt bitter.
  • Bekämpfung: Gegen das Virus selbst gibt es leider kein Heilmittel. Ein stark befallener Baum muss komplett gerodet werden, um eine Ausbreitung auf benachbarte Obstbäume zu verhindern. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Blattläuse.

Bakterienbrand (Pseudomonas syringae)

Bakterien dringen zumeist durch feine Frostschäden, Risse in der Rinde oder Schnittwunden im Herbst und Winter in den Baum ein.

  • Schadbild: Wenn Sie Bakterienbrand Steinobst erkennen wollen, achten Sie besonders auf den Stamm und die Leitäste. Hier zeigen sich eingesunkene, dunkle Rindenpartien. Oft tritt aus diesen Infektionsherden eine zähe, gummiartige Flüssigkeit aus. Auch die Blätter leiden: Sie bekommen braune Flecken, die im späteren Verlauf herausfallen, was zu dem typischen „Schrotschuss-Symptom“ führt.
  • Bekämpfung: Befallene Äste müssen an trockenen Tagen großzügig bis tief ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Wichtig: Desinfizieren Sie Ihre Sägen und Scheren nach jedem einzelnen Schnitt mit Alkohol, um die Bakterien nicht selbst auf andere Äste zu übertragen!

Obstbaumkrebs

Obwohl der Name eine andere Ursache vermuten lässt, wird der Obstbaumkrebs (Nectria galligena) von einem Pilz ausgelöst. Da er jedoch tiefe Rinden- und Holzkrankheiten hervorruft, wird er oft in einem Atemzug mit bakteriellen Wundinfektionen genannt.

  • Schadbild: An Ästen und Zweigen entstehen offene, unschöne Wunden. Der Baum versucht verzweifelt, diese Verletzung durch starke Kallusbildung (Wundgewebe) zu überwallen. Dadurch entstehen wulstige, geschwulstartige Verdickungen und Verkrüppelungen an den Ästen.
  • Bekämpfung: Wer eine Obstbaumkrebs behandeln Anleitung sucht, sollte folgendes Vorgehen beachten: Krebswunden müssen mit einem scharfen, sauberen Messer bis tief ins gesunde, helle Holz ausgeschnitten werden (am besten im späten Sommer). Die Ränder glattstreichen. Stark befallene Äste, bei denen die Wunde bereits um den halben Ast reicht, sollten komplett abgesägt werden.

Weitere Schadbilder und physiologische Störungen

Nicht immer ist ein gefährlicher Krankheitserreger schuld, wenn der Baum leidet. Häufig reagieren Steinobstgewächse auch auf extreme Umweltbedingungen, Stress oder Pflegedefizite.

Gummifluss (Gummosis)

Viele Gartenbesitzer sind alarmiert, wenn sie große, bernsteinfarbene Tropfen am Stamm entdecken.

  • Schadbild: Klebrige, geleeartige Massen treten aus der Rinde oder aus Astgabeln aus und erhärten an der Luft.
  • Ursachen: Die Gummifluss Pflaumenbaum Ursachen sind extrem vielfältig. Wichtig zu wissen: Gummifluss ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom für Baumstress. Auslöser können anhaltende Staunässe, schwere Frostschäden im Winter, ein zu drastischer Rückschnitt, extrem verdichteter Boden oder auch eine zugrundeliegende Infektion (wie der oben erwähnte Bakterienbrand) sein.
  • Behandlung: Bekämpfen Sie die Ursache, nicht nur das Symptom. Optimieren Sie den Standort durch Bodenlockerung, vermeiden Sie Staunässe, düngen Sie nicht zu stark mit Stickstoff und beschränken Sie Schnittmaßnahmen auf ein verträgliches Maß.

Vorzeitiger Fruchtfall

Es ist eines der frustrierendsten Erlebnisse für jeden Gärtner: Im Mai sieht der Baum vielversprechend aus, doch plötzlich ist im Frühsommer der Rasen mit kleinen grünen Früchten übersät.

  • Ursachen: Auf die viel gestellte Frage „Warum fallen unreife Zwetschgen vom Baum?“ gibt es zumeist eine natürliche Antwort. Häufig handelt es sich um den sogenannten „Junifall“. Der Baum reguliert hier seinen Fruchtbehang von selbst, wenn er mehr Blüten angesetzt hat, als er mit Nährstoffen und Wasser versorgen kann. Weitere Ursachen für extremen Fruchtfall können langanhaltender Trockenstress, Kaliummangel oder ein massiver Befall durch die Pflaumensägewespe sein.
  • Lösung: Sorgen Sie bei extremer Trockenheit im Mai und Juni für eine durchdringende Bewässerung. Ein organischer Dünger zur richtigen Zeit sichert zudem den Nährstoffbedarf der reifenden Früchte.

Schädlingsbefall am Pflaumen- und Zwetschgenbaum

Neben Krankheiten machen auch Insekten dem Obstbaum das Leben schwer. Wer frühzeitig Schädlinge an Pflaumenbäumen bestimmen kann, verhindert Ernteausfälle.

Der Zwetschgenwickler (Pflaumenwickler)

Ein unliebsamer Gast, den fast jeder schon einmal unfreiwillig kennengelernt hat, ist die kleine Raupe im Inneren der reifen Frucht.

  • Schadbild: Das Zwetschgenwickler Schadbild Früchte zeigt sich meist zunächst durch ein winziges Bohrloch auf der Haut der Zwetschge, aus dem oft ein kleiner Tropfen Harz oder bräunlicher Raupenkot austritt. Die betroffene Frucht färbt sich viel zu früh blau („Notreife“) und fällt vom Baum. Im Inneren frisst sich eine kleine rosa-weißliche Raupe in Richtung des Kerns durch das Fruchtfleisch.
  • Bekämpfung: Hängen Sie Ende Mai Pheromonfallen (Apfel- oder Pflaumenwicklerfallen) in den Baum. Diese locken die Männchen an und reduzieren so die Befruchtung der Weibchen. Zusätzlich können Sie im Hochsommer Wellpapperinge um den Stamm binden. Die Raupen suchen diese Verstecke auf, um sich zu verpuppen, und können dann mitsamt der Pappe entsorgt werden.

Blattläuse und Pflaumensägewespe

Blattläuse lassen Blätter verkrüppeln, schwächen den Austrieb und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln. Eine Seifenlauge oder das Fördern von Nützlingen (wie Marienkäfern oder Florfliegen) hilft hier meist schnell. Die Pflaumensägewespe hingegen legt ihre Eier direkt in die Blüte. Die schlüpfende Larve höhlt danach die ganz junge, noch grüne Frucht aus. Erkennbar ist dies an einem größeren, schwarzen Bohrloch an den sehr frühen Abwürfen. Auch hier ist das Aufsammeln des Fallobstes das wichtigste Gegenmittel.

Vorbeugung und Pflege: So bleibt Ihr Baum gesund

Die beste Krankheit ist jene, die gar nicht erst ausbricht. Mit der richtigen Vorsorge minimieren Sie das Risiko für Schadbilder erheblich.

1. Setzen Sie auf Resilienz bei der Sortenwahl Wenn Sie planen, einen neuen Baum zu pflanzen, wählen Sie unbedingt krankheitsresistente Pflaumensorten für den Garten. Sorten wie die Zwetschge ‚Jojo‘ (gilt als absolut scharkaresistent!), ‚Haganta‘ oder ‚Katinka‘ haben sich im Hausgarten bewährt und trotzen vielen der klassischen Erreger wesentlich besser als alte, anfällige Sorten.

2. Pflegeschnitte und Hygiene Ein luftiger Kronenaufbau sorgt dafür, dass Wind und Sonne Blätter und Früchte nach dem Regen schnell trocknen. Schneiden Sie zu dichte Äste heraus. Und vergessen Sie niemals die Hygiene: Verfaulte Früchte und krankes Schnittgut gehören sofort aus dem Garten verbannt.

3. Gezielter Pflanzenschutz im Frühjahr Ein gut getimter Spritzplan für Obstbäume Frühjahr kann viele Infektionen im Keim ersticken.

  • Austriebsspritzung: Der Einsatz von biologischen Rapsöl-Präparaten vor dem Blattaustrieb erstickt überwinternde Eier von Schädlingen.
  • Pilzprävention: Im professionellen Anbau werden oft Kupferpräparate gegen Pilzkrankheiten eingesetzt (z.B. gegen die Schrotschusskrankheit). Für den Hobbygärtner sollten Kupfermittel jedoch das letzte Mittel der Wahl bleiben, um eine Anreicherung des Schwermetalls im Boden zu vermeiden. Greifen Sie stattdessen auf pflanzenstärkende Alternativen wie Netzschwefel oder regelmäßige Schachtelhalm-Spritzungen zurück.

Fazit

Die regelmäßige Kontrolle und die Diagnose von Zwetschgenbaum & Pflaumenbaum-Krankheiten mit Bildern erleichtern die Arbeit im heimischen Obstgarten enorm. Auch wenn das Auftreten von Monilia, Rost oder Scharka im ersten Moment erschreckend wirkt: Mit schnellen Schnittmaßnahmen, strenger Hygiene und einer standortgerechten Pflege lassen sich fast alle Widrigkeiten und Krankheiten, Zwetschgenbaum und Pflaume betreffend, erfolgreich in den Griff bekommen. Beobachten Sie Ihre Bäume aufmerksam und greifen Sie bei ersten Symptomen ein – Ihr Baum wird es Ihnen mit einer reichen, zuckersüßen Ernte danken!

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